Stillen fördern

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Letzte Aktualisierung dieser Seite: 03/2026
Schlafen betrifft uns alle und vor allem Eltern sind besonders mit diesem Thema konfrontiert. Gemeinsames Schlafen ist seit Jahrhunderten in vielen Kulturen etabliert und für viele Familien selbstverständlich. Gleichzeitig sorgen moderne westliche Schlafempfehlungen immer wieder für Verunsicherung: der Sicherheitsaspekt steht im Fokus, die Chancen des gemeinsamen Schlafens für Bindung und Stillförderung sind uns oft nicht bewusst.
Das Thema ist ein höchst emotionales: Eltern beschäftigen sich mit dem sogenannten Plötzlichen Kindstod (SIDS) und versuchen, durch Gestaltung einer sicheren Schlafumgebung die Risiken zu minimieren. Manchmal verzichten sie dabei auf das gemeinsame Schlafen, was jedoch für die Förderung des Stillens kontraproduktiv ist – gemeinsames Schlafen unterstützt das Stillen. Stillen stellt einen der wichtigsten Schutzfaktoren vor SIDS dar und ist daher unbedingt zu fördern. Dazu ist es wichtig, das sichere gemeinsame Schlafen zu besprechen.
Familien benötigen Unterstützung und die Informationen,
• dass man Babys mit Liebe und Geborgenheit nie verwöhnen kann
• dass Babys anders schlafen als Erwachsene
• wie sie den Schlafplatz des Babys sicher gestalten können
• dass sie Babys in den Schlaf begleiten sollten
• wie sie das Schlafverhalten ihres Babys für sich nutzen können
• dass man Babys nie zum Ein- oder Durchschlafen schreien lassen soll
• wie sie auf die Frage antworten können: „Schläft es schon durch?“


STILLEN SCHÜTZT
Stillen hat eine nachgewiesene Schutzwirkung gegen den plötzlichen Säuglingstod (SIDS). Studien zeigen eine Dosis-Wirkungs-Beziehung: Je länger ein Kind gestillt wird, desto geringer ist sein Risiko. Unter anderem deshalb wird empfohlen, Säuglinge in den ersten sechs Monaten ausschließlich zu stillen und danach parallel zur Beikost weiterzustillen.
STILLEN UND SCHLAFEN SICHER GESTALEN
James McKenna beschrieb 2015 „Breastsleeping“ als neue Norm. Dieser Begriff normalisiert und unterstreicht die Bedeutung der unmittelbaren Nähe des Babys zur stillenden Mutter und deren Auswirkungen auf die Milchmenge, die Gesamtstilldauer, das Wachstum und den Entwicklungsverlauf des Babys sowie auf die Schlafmuster von Mutter und Kind. Die Autoren forderten einen Paradigmenwechsel: Stillen und das gemeinsame Schlafen von Mutter und Kind als Norm zu akzeptieren und riskante Faktoren, wie das Rauchen und das Nichtstillen, auszuschließen.
Unsere Kollegin Daniela Scholer, IBCLC, hat im Mai 2025 in der Deutschen Hebammenzeitschrift einen ausführlichen Fachartikel zu diesem Thema veröffentlicht, den wir Ihnen empfehlen möchten:
Es ist sinnvoll, individuell und differenziert mit jeder Familie nach Möglichkeiten zu suchen, eine sichere Schlafumgebung zu schaffen, die gleichzeitig das nächtliche Stillen erleichtert. Es zeigt sich nämlich klar: gemeinsames Schlafen fördert eine gelingende Stillbeziehung und trägt zu längerem und ausschließlichem Stillen bei, was wiederum einen hohen Schutzfaktor vor SIDS darstellt.
Wie gemeinsames Schlafen sicher gestaltet werden kann, wird in der Revision 2019 des Protokolls Nr. 6 der Academy of Breastfeeding Medicine beschrieben. Wir haben dazu einen Artikel in unserer Rubrik "Neues aus der Forschung" veröffentlicht:
Zu den thematisch relevanten englischsprachigen Studien und Leitlinien der letzten Jahre haben wir verschiedene deutschsprachige Artikel zusammengestellt:
Es gibt auch einige englischsprachige Materialien und Artikel für Fachpersonal, die sich gut als Diskussionsgrundlage für Gespräche mit Kolleg:innen eignen. Im Folgenden finden Sie eine Reihe von hilfreichen Links:
In der täglichen Beratungspraxis mit Familien kommt es trotz der wissenschaftlichen Erkenntnisse der letzten Jahre immer noch zu großer Verunsicherung, wenn es um die Frage geht, wie sie das Risiko für ihr Kind verringern können. Wir möchten Ihnen daher die folgenden Materialien und Links als Unterstützung für Ihre Arbeit empfehlen:
Auch im englischsprachigen Bereich gibt es einige sehr gute Informationsmaterialien zum Schlafen, die wir z.B. in der Arbeit mit Migrantinnen nutzen können oder die uns als Grundlage für Gespräche in Fachkreisen dienen. Im Folgenden finden Sie einige hilfreiche englischsprachige Links:

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